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Tantra und 100 Fragen im Sinn

Wir bringen hier eine Auswahl der Fragen, wie sie häufig an uns gestellt werden:

Muß ich mich in euren Tantra-Gruppen ausziehen?

Nein! Sie müssen Sie sich weder ausziehen, noch irgendeine Übung mitmachen, wenn es nicht für Sie paßt. Alle Grenzen und Begrenzungen, die auftauchen, werden respektvoll begrüßt, damit es möglich ist, mit ihnen in Kontakt zu kommen; vielleicht mit ihnen zu spielen und ihre verborgene Weisheit zu ergründen. Manchmal verwandeln sie sich dann von selber.
Nackt-Sein ist im Tantra ein Symbol für Sich-Freimachen von Begrenzungen. Wenn Sie sich aber gegen Ihren Widerstand mit "Ho-ruck" ausziehen, werden Sie das nur aushalten, indem Sie ihr Fühlen vom Körper abspalten. Im Tantra geht es im Gegensatz darum, ganz in Ihrem Körper präsent zu sein.

Welche sinnlichen Genüsse erwarten mich?

Das Erwecken der Sinne ist uns wichtig: Bewußtes und achtsames Sehen, Riechen, Schmecken, Lauschen und Fühlen. Eine verfeinerte Sinnlichkeit ist Voraussetzung für die Wahrnehmung von sich selbst und der Welt: Tantra hat nicht das Ziel, noch mehr und neue Sensationen für unsere Sinne zu erschaffen, sondern uns für das sensibler zu machen, was ohnehin in Fülle da ist und lädt uns ein, darin mit allen Sinnen einzutauchen.

Was hat Tantra mit Meditation zu tun?

Tantra ist ein Weg in die Präsenz des Augenblicks. Jeder Augenblick der Präsenz ist ein Ankommen in der eigenen tieferen Wirklichkeit: ein Zustand der Meditation.

Wenn es mir schlecht geht, fängt mich dann jemand auf?

Grundsätzlich sind unsere Gruppen potentialorientiert. Es geht weder um Aufarbeitung vergangener Traumen, noch um kathartische Prozesse, sondern immer um die Frage: Was ist mir JETZT möglich? Was ist trotzdem möglich?
Wir fordern TeilnehmerInnen bei jeder Meditation auf, selbst zu bestimmen, wie tief sie gehen wollen; ihr eigenes, gutes Maß zu finden. Wenn schwierige Themen auftauchen, gibt es täglich Austauschrunden und das für solche Fälle gespannte Netz der Gruppe. Wir fühlen uns als Gruppenleiter für die Prozeß- Begleitung verantwortlich und sind bereit für Klärungsgespräche.

Wie gefährlich ist ein Tantra-Seminar für uns als Paar?

Nicht gefährlicher als sonst, wenn ein Paar unter anderen Männern und Frauen lebt. Kann sein, daß das Seminar wie unter einem Brennglas manche Paar-Themen deutlicher macht. Aber das ist keine unerwünschte Nebenwirkung, wenn das Paar seine Liebe und die körperlich-geistige
Verbundenheit vertiefen möchte. Wir ermuntern Paare dazu, sich in der Gruppe als Paar zu deklarieren. Paare sind in unserem Seminar jederzeit frei, ausnahmslos alles gemeinsam zu machen - vielleicht nur die tiefergehenden Übungen - oder aber auch gar nichts. Wir befürworten eine intime, tiefe und dauerhafte Beziehung, wie wir sie auch als Trainer gemeinsam leben.

Wir sind ein Paar und wollen wissen, ob es besser für uns ist, ein Seminar, an dem ausschließlich Paare teilnehmen, oder ein Seminar, bei dem auch Singlefrauen und Singlemänner dabei sind, auszuwählen?

a) Es kann sein, daß Ihr als Paar an einem Punkt Eurer Partnerschaft steht, an dem es wichtig ist, gemeinsam, in konzentrierter Bezogenheit aufeinander, tiefer zu gehen, Trennendes zu klären, Verbindendes zu festigen; gemeinsam eine neue Plattform an Begegnungsmöglichkeiten zu entwickeln; die Paarverbindung zu bestätigen, bestärken und genießen. - In diesen Fällen tut ein Tantra-Paartraining gut.

b) Nun kann es sein, daß Ihr als Paar an einem Punkt steht, an dem Eure Beziehung durch "frischen Wind" bereichert wird; an dem die Begegnung mit anderen Frauen und Männern, die eigene Erlebnisqualität als Frau oder Mann erweitert und nährt. Da ist es sinnvoll, eine "gemischte" Tantragruppe zu besuchen: 1/3 Paare und 2/3 Singles - gleich viel Männer wie Frauen.
Am Beginn einer solchen Gruppe ist es nützlich, Grenzen zu vereinbaren, die am Seminar selber täglich reflektiert und verändert werden können: Auch bei dieser Gruppe gibt es zwei Seinsvarianten als Paar: Entweder alle Übungen als Paar zu machen oder sich für die Begegnung mit anderen TeilnehmerInnen zu öffnen.

c) Wenn ein Paar jedoch befürchtet, es könnte sich gegenseitig zu sehr einschränken, behindern, erdrücken, kann es entspannend sein, wenn die Partner getrennt Tantraseminare besuchen. Natürlich ist es hier besonders notwendig, vorher klare Abmachungen zu treffen.

Wir bieten alle drei Möglichkeiten an und vertrauen darauf, daß jedes Paar die augenblicklich beste Entscheidung für sich trifft. Wir stehen dabei gern für diesbezügliche Klärungsgespräche zur Verfügung.

Treffe ich auf einem Tantraseminar auch andere Leute, die einen Partner suchen?

Wir sind keine Partner-Börse. Was jedoch geschieht, wenn Menschen auf dem tantrischen Weg ihre Suche im Außen nach innen umkehren und ihre Aufmerksamkeit auf ihr eigenes Selbst richten, ist: Sie ändern ihre Ausstrahlung und ziehen andere Menschen an - weil sie für sich selbst attraktiver geworden sind.

Wie wichtig ist Sexualität im Tantrismus?

Sexualität ist für die meisten von uns sehr wichtig, weil sie noch immer nicht in die Natürlichkeit der Selbstverständlichkeit befreit ist. Weder persönlich noch gesellschaftlich! Ob ich ständig dran denke oder sie aus meiner Wahrnehmung verbanne, sind dabei nur zwei Seiten einer einzigen Medaille, die da heißt: unerlöste Sexualität. Tantrische Lehrer wie Daniel Odier antworten auf diese Frage: Sexualität ist im Tantrismus nicht wichtiger als frühstücken! - Also, wichtig ;-)

Finden in euren Tantragruppen Orgien statt?

Wenn Orgien bedeuten: unbewußter Gruppenrausch, in dem eigene und fremde Grenzen mißachtet werden, dann NEIN!
Wenn Orgien bedeuten: sinnlich, lebensfrohe Feste, bei denen Sie auch im guten und bewußten Kontakt mit ihrer sexuellen Lebendigkeit sein können, dann JA!

Was soll mir ein Tantra-Seminar bringen, wenn ich ein erfülltes Sexualleben habe?

Tantra ist keine Sexualtherapie - obwohl es heilsam auf unser sexuelles Selbst-Bewußtsein wirken kann. Tantra ist vielmehr eine Reise zu dem eigenen inneren Wesenskern. - Ist das Sexualleben erfüllt, dann kann es zum Fahrzeug werden für Ekstase, d.h. in Verbindung zu treten mit dem Absoluten und sich anzuschließen an die alles verbindende Lebenskraft.

Findet in Euren Tantra-Seminaren sexuelle Vereinigung statt?

Nur auf einer sehr fortgeschrittenen Stufe. Und in den Paartrainings auf den Zimmern. Nicht weil wir diese Form der Kommunikation zwischen Liebenden ausgrenzen wollen, sondern weil sie "öffentlich" praktiziert, den TeilnehmerInnen ungeheuer viel Stress bereitet. Immer ist es jedoch so, dass alle selbst entscheiden, ob sie in die körperlich-sexuelle Vereinigung gehen wollen oder nicht.
Grundsätzlich scheint uns aber diese Frage symptomatisch für die Überbewertung der Sexualität, besser gesagt: der Genitalität, die mit Tantra im Westen gleichgesetzt wird.
Oft vereinigen sich zwei Menschen genital - ohne, daß sie sich emotional, geschweige denn energetisch austauschen. Umgekehrt zeigen wir, wie ein zutiefst berührender energetischer Austausch stattfinden kann - ohne, daß ein genitaler Kontakt zwingend wäre. Die Sexualität ist für Tantriker ein unendlich breites Spektrum sinnlich-energetischer Kommunikation, das auf Entdeckung wartet - und vor allem sie ist der mächtigste Ausdruck für das Streben nach Wiedervereinigung mit dem Absoluten. Tantra ist ein Weg, der durch die Polarität in die Einheit führt; ein Weg, aus dem Sich-Getrennt-Fühlen in die Verbundenheit mit allem Seienden.

Welche Rolle spielt Meditation in euren Tantra-Seminaren?

Wenn Meditation bedeutet, still und starr mit verschränkten Beinen zu sitzen, hat sie wenig Bedeutung. Wenn Meditation aber heißt, hundert Prozent in der Wirklichkeit zu sein, dann ist sie sehr wichtig. Dazu können wir freilich jede beliebige Haltung einnehmen und alle Tätigkeiten durchführen. Wesentlich dabei ist es, den Geist ruhig werden zu lassen und mit allen unseren Sinnen in eine Erfahrung einzutauchen. Am besten gelingt es, wenn wir in einen kindlichen Zustand zurückkehren, welcher der Weg und das Tor ist, unser Herz für uns selbst und die Welt zu öffnen.

Kann mir Tantra helfen, mein Ego zu überwinden?

Jeder Kampf gegen das Ego wird das Ego stärken. Es ist ein Kampf gegen sich selber, weil es einen Gegensatz zwischen "Ego" und "realisiertem Selbst" aufbaut. Tantra empfiehlt die Praxis der Präsenz in den täglichen Handlungen und ansonsten nur: das, was du dein "Ego" nennst, freundlich zu entspannen. Dann kann es sich beruhigen. Je mehr das "Ego" sich entspannt, desto weiter kann es sich öffnen - und wird irgendwann zum "Selbst"!

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Wir laden Sie herzlich ein, diese an uns zu schicken oder zu mailen
Verein Lichtung
Tel. +43 - 2749 - 2594