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News # Vorfrühling 2020

Zufrieden-Sein

Während wir hier sitzen und uns dem Text von Pema Chödrön annähern, zieht das sich verändernde Licht unseren Blick immer wieder durch das Fenster nach draußen, wo sich Atemzug für Atemzug die Nebelschleier heben.
Ist es der aufkommende Wind oder die schon stärker werdende Kraft der Sonne um diese Tageszeit?
Aus dem allumfassenden Grau der Nebellandschaft beginnen sich wieder Farben herauszubilden. Das hereinbrechende Sonnenlicht glitzert in den schwarz-feuchten Ästen des alten Kirschbaums.
In den Rosenhecken und in der Wiese atmet ein grüner Schimmer. Der Quittenstrauch erbebt mit roten Kugelknospen, während lärmend eine braun gefleckte Spatzenhorde einfällt.
Die in den Bergen sitzenden Tibeter beschreiben gerne die im klaren blauen Himmel plötzlich vor ihnen autauchenden weißen Wolken, die nach geraumer Zeit wieder vollständig in das Nichts zurückkehren.
Der Nebel vor unserem Haus ist wohl auch dorthin verschwunden, aber er hat auf der Eingangstreppe seine dunklen, nassen Spuren hinterlassen.

Pema Chödrön ist eine tibetische Meisterin, doch ihre radikal nicht-duale Sicht ist dem kaschmirischen Tantrismus lebensverwandt.

„Zufriedensein mit dem, was wir sind und was wir haben, ist der goldene Schlüssel für uneingeschränkte Lebendigkeit.
Ein Haupthindernis für das, was wir traditionellerweise Erleuchtung nennen, ist Ärger, Neid, das Festhalten an der Unzufriedenheit darüber, wer wir sind, was wir sind, wo wir sind. Deshalb spreche ich so viel über das Freundschaft-schliessen mit uns selbst.
Meditation ist der Prozess des Erwachens, des grundlegenden Vertrauens in die Gutheit der Dinge und das Erkennen, dass jede Weisheit, die existiert, in dem existiert, was wir bereits sind und haben.
Unsere Weisheit ist untrennbar mit unseren Neurosen verbunden.
Unsere Brillianz UND unsere Verwirrheit ergeben unser einzigartiges Charisma.
Unsere Klugheit UND unsere Verwirrheit sind unlösbar verflochten.
Deshalb ist es nicht hilfreich, unsere sogenannten negativen Aspekte überwinden zu wollen, weil wir dadurch auch unsere Einzigartigkeit und Schönheit verlieren würden.
Wir können unser Leben als ein Immer-wacher-werden betrachten zu dem hin, wer wir gerade sind und was wir gerade tun, anstatt uns zu bessern oder ändern zu wollen.
Erwachen bedeutet immer und immer neugieriger auf uns selbst zu werden."
(Pema Chödrön)

Fallen lassen

„Was tut man, wenn man sich verlassen fühlt, von allem getrennt, physisch und psychisch nicht mehr im Gleichgewicht?
Man schreit nach innen um Hilfe, tief in sich hinein. Und wenn man innig genug fleht, wird man dort seinen Gott entdecken. Schon immer war in mir diese Ahnung, dass man sich die Seele erarbeiten müsse, dass sie nicht einfach ein Päckchen sei, das man beim Tode öffnen könne wie ein Geburtstagsgeschenk fürs nächste Leben!"

Aber „meist vermeiden wir ja die Stille in unserem Leben, weil sie uns beim Verdrängen stört."

„Und ich glaube, um diese tiefe innere Weisheit, die alle Menschen haben, zu finden, muss man etwas sein lassen. Man muss was fallen lassen, man muss was weglassen. Nicht dazulernen, sondern weglassen."

Konstantin Wecker

(Zitate aus einem Interview, das Margit Hörr mit dem Liedermacher und Aktivisten Konstantin Wecker geführt hat: "Eine Revolution des Mitgefühls und der Liebe". Vollständige Fassung in: Buddhismus in Österreich 2/2019, Seite 9 f.)

Einladung zum kleinen Innehalten: Was bedeutet Maitri?

„Wenn Menschen mit dem Meditieren beginnen, glauben sie oft, dass sie dadurch bessere Menschen werden.
Das ist eine subtile Aggression ihrer tatsächlichen Realität gegenüber.
Es ist ein bisschen so, wie wenn sie sich sagen: wenn ich jogge, werde ich ein besserer Mensch.
Also glauben sie dann: wenn ich meditiere und mich entspanne, werde ich ein besserer Mensch.

Aber liebevolle Güte, also Maitri, bedeutet nicht, dass wir irgendetwas ablegen.
Maitri meint, dass wir nach all den Jahren der Meditation noch immer verrückt sein können, aggressiv sein können...
Dass wir nach all den Jahren der spirituellen Praxis noch immer ängstlich, eifersüchtig oder voll von Unwertgefühlen sein dürfen.

Der wesentlichste Punkt ist, uns nicht selbst wegzuwerfen, um etwas Besseres zu werden.
Es geht darum, Freundschaft zu schließen mit allem, was wir sind.
Die Basis der Praxis bin ich, bist du oder wer immer wir jetzt gerade sind.
Jetzt in diesem Moment. Das ist der Boden, den wir studieren.
Das ist die Realität, die wir mit unserer ganzen Neugier, unserem äussersten Interesse erfahren wollen."

Pema Chödrön

Jubiläum 2018: 30 Jahre Verein Lichtung

Am 9.Oktober 2018 ist der Verein Lichtung dreissig Jahre alt geworden.
Ein Baby, geboren aus der verrückten Idee einer kleinen Schar Dunkelsteinerwälder*innen in ihrem Wald Selbsterfahrungsseminare anzubieten, hat sich zu einem vitalen Erwachsenen entwickelt.
Workshops zur tantrischen Praxis, verteilt über´s Jahr, gefärbt durch den Wechsel der Jahreszeiten im großen Wald, sind das Ergebnis.

Sowohl die Ausrichtung als auch der Seminarort hatten eine jahrelange Herbergssuche zu bestehen.
Aus der persönlichen Suche der Trainer*innen des Verein Lichtung, Roswitha und Zafer, entwickelte sich eine Vision, die schliesslich gelebte Realität wurde: Tantrische Praxis, gepaart mit Methoden aus Körpertherapie und jenen der humanistischen Psychologie, mit interessierten Menschen zu leben.
Mit dem Seminarhaus „Jagdvilla Wolfstein“ war auch ein vertrauensvoller Ort, umgeben von wilder Natur, gefunden. Das heißt, eine bedeutsame Wiege der Tantrischen Praxis, eine Forschungsstätte für Lebens- und Liebeskultur, steht im Dunkelsteinerwald. Diese Wiege wurde und wird von vielen Menschen geschaukelt. Einmaligen „Hineinschnupperern“ wie jahrzehntelangen Praktikant*innen, von Frauen und Männern, jeglichen Alters aus dem Inland und auch dem Ausland.

Kurzinterview mit Zafer und Roswitha:
„Was fällt dir spontan zum 30-Jahre-Jubiläum des Verein Lichtung ein?“

Zafer: „Dreissig Jahre!? Wieviele tausende Menschen habe ich in dieser Zeit schon auf ihrem Weg begleiten dürfen?
Ihre engagierte Suche nach Glück, nach Freiheit und Verwirklichung ihres Selbstes haben umgekehrt auch mich verändert.
Weil die Menschen sich aber nur selten weiter in den „Raum“ wagen, als ihr Reiseführer es wagt, ist das Einlassen und immer tiefere Loslassen in das, was ist, nicht nur meinem eigenen Weg geschuldet, sondern auch zur Verantwortung geworden gegenüber den Menschen, die ich begleiten darf.“

Roswitha: „Es ist Leben! Einfach Leben auf eine sehr besondere Art. Weil die Praxis der Präsenz unsere Begleiterin ist.
Ich liebe dieses Spiel von Anfangen und Aufhören. Dazwischen begeben sich die Seminarteilnehmer*innen auf ihre Forschungsreise, auf der es immer und immer wieder um das Eine geht: wer bin ich JETZT, und wie kann ich das, was ich da entdecke, annehmen und integrieren?
Und ich geh mit durch dieses Abenteuer.
Und es ist auch mein Abenteuer.“

USA, 9. November 2016 - Über die Freiheit

Auch wenn sich auf dem Weg durch die Schlucht vielleicht gerade ein Felsblock über einem löst und man sterben wird, falls er genau trifft, so ist die einzige Freiheit, die einem bleibt, sich die Schnürsenkel makellos zu binden, bevor man weitergeht.

(Frei nach Carlos Castaneda: "Der zweite Ring der Kraft")

Sind wir "gerade noch einmal davongekommen"?

Bitte

Wir werden eingetaucht
und mit den Wassern der Sintflut gewaschen
Wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut

Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht
der Wunsch den Blütenfrühling
zu halten
der Wunsch verschont zu bleiben
taugt nicht

Es taugt die Bitte
daß bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe
daß die Frucht bunt wie die Blume sei
daß noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden

und daß wir aus der Flut
daß wir aus der Löwengrube
und dem feurigen Ofen
immer versehrter und
immer heiler stets
von neuem zu uns selbst
entlassen werden.

Hilde Domin

Von der Praxis der Lebensfreude

"Das Erste, was wir auf dem Weg zur Freude aufgeben müssen, ist der Begriff Sicherheit.
Das Leben ist schön, in dem Maß wie es gefährlich und häßlich ist."
Daniel Odier

Der Auwald hüllt sich in eine grüne Aura, die ersten Himmelschlüssel öffnen ihre gelben Glöckchen - die humanitäre Krise steht vor unserer Haustür.

Hinschauen. Anwesend sein. Da bleiben. Begegnen.
Dem Liebsten, der flüchtenden Frau aus Syrien, dem Frühling, wo er uns entgegen blüht.

Freude hat etwas mit Öffnung zu tun. Tantra sagt JA.

Essenz des Tantra

Liebe FreundInnen der neuen Liebes- und Paarkultur!

Die Herbstarbeit des Verein Lichtung beginnt mit dem "Nichts-Tun".
Die "Meisterin der Stille", Nathalie Delay hat uns auf Schloß Rastenberg besucht und uns eine Woche lang ein "Silent Retreat" geschenkt.

Ihre Botschaft an uns:
"Hör zu! Laß deinen Körper zu dir sprechen, die Mauer deines Zimmers, den Fußboden, den Baum vor deinem Fenster, das fallende Blatt...
Vergiß die ganze Geschichte deines Lebens.
Höre dir und deinem Körper jetzt zu. Begegne dir auf ganz neue Weise."

Weil sie für uns die Essenz des Tantra ausdrückt, möchten wir diese Botschaft als Motto für unsere Praxis und unser Herbstprogramm nehmen.

Wir freuen uns, euch auf einem unserer Seminare zu begegnen.
Roswitha und Zafer

Herbst 2015

Wagst du den Sprung?

Liebe FreundInnen der neuen Liebes- und Paarkultur!

Willkommen auf unserer neuen Website, die alte wurde uns von einem Web-Museum abgekauft ;-))

Der Winter ist zu Ende, die Säfte steigen.

"Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen." (Meister Eckhart)

In diesem Sinne stellen wir euch das Programm unserer Tantraseminare vor, die Schritte zu Spontanität und Natürlichkeit initiieren.

Die Frage ist: Wagst du den Sprung?

Frühjahr 2015

Verein Lichtung
Tel. +43 - 2749 - 2594