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Frühling 2022

Ja. Es ist uns bewusst, dass die Schneeglöckchen längst in den Tälern des Dunkelsteinerwaldes ihre Hochblüte hinter sich haben, und das Lungenkraut, die Leberblümchen, die Frühlingsknotenblumen blühen.
Die Lyrikerin Louise Glück, die Nobelpeisträgerin von 2020, hat nun einmal dem Schneeglöckchen dieses existentielle Thema übertragen. Das Thema von Verzweifeln und Aufgeben, um dann trotzdem und ganz unerwartet das Leben neu zu empfangen.
Das, was verloren schien, "öffnet sich wieder im kalten Licht des frühesten Frühlings" - und lässt Louise Glück, was uns zutiefst erfasst, ja nahezu erschüttert, "ja, wagt Freude" rufen. - Auch, wenn der Wind der neuen Welt rau ist!
Ja, wagt Freude! - Auch, wenn sie lange abwesend war.
Trotz allem! Immer wieder!

Schneeglöckchen

Wisst ihr, was ich war, wie ich lebte?
Ihr wisst, was Verzweiflung ist;
dann werdet ihr verstehen, was Winter heißt.

Ich rechnete nicht damit zu überleben,
die Erde drückte mich nieder. Ich rechnete nicht damit,
wieder zu erwachen, in der feuchten Erde
zu fühlen, dass mein Körper
wieder zu antworten vermag
und sich nach so langer Zeit
daran erinnert, wie es ist, sich wieder zu öffnen
im kalten Licht
des frühesten Frühlings –

scheu, ja, aber wieder unter euch
rufe ich ja, wagt Freude

im rauen Wind der neuen Welt.

In diesem Sinne seid herzlich umarmt,
Roswitha und Zafer

2021 "Es ist schon wieder etwas passiert!"

Nachdem wir letztes Jahr unser angestammtes Seminarhaus Wolfstein hatten verlassen müssen, fanden wir im schönen Platz und sogar im Namen von Wolfsberg ein geeignetes Übergangsobjekt.
Übergangsobjekte helfen immer dabei, einen Abschied zu erleichtern. Wir danken vielmals dafür, aber wir ziehen weiter.

Wir ziehen weiter entlang des Alpenostrandes ins südliche Niederösterreich durch die Bucklige Welt bis auf einen der höchsten Hügel zum "Kloster NaturSinne". Hier oben findet sich jetzt inmitten der Natur der neue Begegnungsort für unsere Tantraseminare.

Zuerst konnten wir wegen der Pandemie nicht mehr zusammenkommen.
Jetzt stellt sich heraus, dass einige Menschen, die uns ans Herz gewachsen sind, nicht mehr zu uns kommen wollen, weil sie die COVID-19-Regeln, die auch in unseren Veranstaltungen zu gelten haben, nicht befolgen möchten.
Obwohl diesen Menschen unsere Tantraseminare sehr wichtig sind, ist ihnen ihre Autonomie, sich nicht den Regeln zu beugen, noch wichtiger.
Die anderen Menschen sind heilfroh, sich wenigstens unter der Voraussetzung der Schutzmaßmahmen wieder begegnen zu können.

Das ist genau der Riss, der nicht nur durch unsere Tantra-Community geht, sondern die ganze Gesellschaft spaltet. Auch wenn wir in einer polaren Welt leben, ist diese Polarisierung auf dem Pfad des Bewußt-Seins für uns besorgniserregend: Ein Glaubenskrieg ist entstanden, wer von den beiden Richtungen die wahren Werte vertritt.
Angefeuert von parteipolitischer Propaganda hat ein beidseitiges Hochrüsten mit gewaltsamen Begriffen begonnen. Wir meinen, dass dieser Polarisierung nur mit einem besonderen Wagnis zu entkommen ist:

"Es verlangt Mut und Risiko,
niemanden aus unserem Herzen auszuschließen,
niemanden zum Feind zu stempeln.
Wenn wir anfangen, in dieser Art zu leben, werden wir feststellen,
dass es nicht mehr möglich ist,
jemanden als völlig richtig oder völlig falsch zu definieren.
Das Leben ist viel geschmeidiger und verspielter.
Und der Versuch, absolutes Recht oder Unrecht zu finden,
ist nur ein Trick, mit dem wir uns selber betrügen,
um uns sicher und wohl zu fühlen."

(Pema Chödrön, Comfortable with Uncertainty, p. 68. Übers. v. Z.E.F.)

In diesem Sinne seid herzlich umarmt,
Roswitha und Zafer

Jahreswende 2020/21 - Verlust von Wolfstein

Jede Situation, die uns begegnet, bietet die beste Praxis unser Herz zu öffnen.

Am Höhepunkt des "Lockdown" zur Jahreswende 2020/21 ist unser gutes, altes Seminarhaus: das Jagdschloß Wolfstein verkauft worden.

Das schmerzt uns. Weil derart viele intensive Entwicklungsprozesse dort geschehen sind, hat sich ein Stück unserer Identität daran geheftet.

Eine Gefahr, die ständig da ist, wird zur Gewohnheit. Genau 30 Jahre lang ist das Damoklesschwert eines drohenden Verkaufs über uns gehängt. Jetzt ist es heruntergesaust. Und es hat uns unvermindert scharf getroffen. Umso mehr als die Pandemie uns nicht mehr erlaubt hat, noch ein letztes Seminar in Wolfstein abzuhalten, damit wir uns von diesem Ort gebührend verabschieden hätten können. Wir sind darüber sehr traurig...

So wichtig es ist, für Rituale einen bestimmten Ort zu haben, so notwendig es für unsere persönliche Entwicklung ist, eine Identät auszubilden, so sehr fordert eine lebendige sprituelle Entwicklung, diese Identität und ihre scheinbare Sicherheit auch wieder loszulassen.

Die Wölfe verlassen Wolfstein.
Sie folgen der Natur und ziehen weiter nach Wolfsberg hinauf, ebenfalls ein wilder Ort.

Seid umarmt, Roswitha und Zafer

Die Unkontrollierbarkeit des Lebens

Ihr Lieben, alle!

Wir denken viel an euch in diesen Zeiten der Einschräkung. Wir sehnen uns nach der Begegnung im tantrischen Energiefeld.
Wir freuen uns über all eure Zeichen und Gedanken zur aktuellen, gesellschaftlichen Situation. Ja, und wir sind ständig neu im kreativen Prozess, einen verantwortungsvollen Begegnungsraum zu schaffen.

Die tantrische Praxis sagt: Freundschaft schliessen mit dem, was ist.
Konkret heißt das: Anerkennen der Unkontrollierbarkeit des Lebens.
Wir wollen ehrlich sein mit euch: dort sind wir gerade nicht! So sehr wir uns auch darum bemühen.
Einerseits tut das weh, macht verzweifelt und wütend.
Andererseits setzt es viele, interessante Prozesse in uns in Gang, wirft völlig neue Blickwinkel auf, weitet unser Verständnis für die Essenz des Lebens und fordert uns auf, die Ungewissheit lieb zu haben. Konkreter gesagt: die vielen schwierigen Gefühle, die die Ungewissheit in jedem von uns ganz unterschiedlich aufstöbert, mit liebevoller Güte zu versorgen. Täglich. Jetzt.
Wir sind da! Wir sind dran! Wir sind unterwegs!

Seid umarmt, Roswitha und Zafer

Ideale Zeit für die tantrische Praxis

Liebe Freund*Innen der tantrischen Praxis!

Unser Staat sorgt sich um ein Weiterbestehen eines funktionsfähigen Gesundheitssystems, das Menschen in Krankheit begleiten kann. Gut so! Wie wirksam die eine oder andere Massnahme ist oder sein wird, liegt freilich im Raum der Ungewissheit.
Diese Ungewissheit, die eigentlich steter Bordunbass unseres Lebens ist, wird uns jetzt wie selten sonst bewusst.

Wir sorgen uns um etwas anderes. Wir sorgen uns um den Raum, der die Weisheit des Momentes wahrzunehmen erlaubt, der die Gesundheit unserer Fähigkeit zur Präsenz und die Vitalität unserer Hingabebereitschaft ermöglicht.
Unsere Regierenden wollen unser Leben dadurch schützen, indem sie uns vor dem Leben zu schützen trachten: seiner Intensität, seiner Freude wie auch seiner fatalen Bodenlosigkeit.

Worauf richtest du in alledem deine Aufmerksamkeit?

Der Zusammenhang, der besteht zwischen unserem Immunsystem und unserer psychischen Situation, ist hinlänglich bekannt. Beharrliche Zukunftsängste können krank machen, das Empfangen des Augenblicks kann uns stärken. Zeit für die tantrische Praxis!

Bei uns im Dunkelsteinerwald blühen grade die Mostbirnbäume. Wir sitzen unter diesen alten Wesen und lassen uns von ihren fallenden Blüten beschneien. Dieser blühende Schnee ist JETZT. Die sinnliche Freude daran und der tiefe Atem der Gegenwärtigkeit.
Was immer wir tun: das Fenster öffnen und schauen, Hinausgehen und riechen, still sitzen und horchen, uns dem Atem anvertrauen, das erste Eis (aus der Kühltruhe) essen,…….
Wesentlich dabei ist: Lasst uns hinter die Wörter und Konzepte gehen; wagen wir jetzt, hinter unser Vermeiden zu gehen, um die Qualität des Momentes zu erfahren, im Herzen, im Bauch, im Kopf, in den Zehen,…….
Dieser Moment kann wunderbar herrlich oder ganz elend sein. Leben ist immer beides - und alles dazwischen auch. Es ist das Hier und Jetzt.

Wenn wir unsere Identität aus der Lebendigkeit genau dieses Augenblicks beziehen, lässt sich auch die Ungewissheit ertragen.
Ja, noch einmal: es ist die ideale Zeit für die tantrische Praxis, für dich allein und dann auch wiederum auf einem unserer Seminare.

Seid umarmt, Roswitha und Zafer

Das Leben geht trotzdem weiter!

Liebe Weggefährten und Weggefährtinnen!
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Seminare: „Tantra ist Lebensfreude"!

Infolge der Ereignisse sind wir schlußendlich gezwungen, mehr nach Innen zu gehen und eine gute Praxis mit uns selbst zu finden. Das bietet jetzt in dieser existentiellen Bedrohung den Anstoß für eine Neorientierung.

Aber in und neben diesen viel zitierten Chancen gibt es immer auch unsere Gefühle. „Tantra ist Lebensfreude!" möchte geteilt werden: Wir vermissen die Begegnung mit euch in den Seminaren. Wir möchten gerne wieder im spielerischen Umgang mit euch tanzen, meditieren, die Magie von Männlich und Weiblich erforschen, mit euch weinen und lachen, einfach lebendig sein und den Raum des Selbst berühren.

Wir freuen uns darauf, das alles bald wieder zu beginnen und werden jetzt einmal gar nichts ausfallen lassen, sondern die Seminare in den Herbst verschieben. Je nachdem wie lang die Einschränkungen noch dauern, wird es dann vielleicht schon in Richtung des nächsten Frühjahrs gehen, weil wir bereits Feedback bekommen haben, dass eure Planungen längerfristig geschehen müssen.

Es ist uns wohl bewußt, dass unsere Seminare ein Platz der Begegnung und des persönlichen Wachstums sind: Der bunte Teppich der gemeinsamen Erfahrung möchte weitergewebt werden; die Stetigkeit und Beständigkeit von „Tantra ist Lebensfreude!" will aufrecht und lebendig bleiben.

Aus diesem Grund werden wir euch so bald wie möglich über neue Termine informieren oder bereits bestehende bestätigen. Eure E-Mails oder Anrufe sind willkommen, wenn ihr Fragen habt oder mit uns in Kontakt bleiben wollt.

Ihr könnt euch jetzt aussuchen, was wir euch im Hinblick auf das heimtückisch, überall lauernde Virus wünschen sollen:
1.) Möget ihr gesund bleiben!
2.) Möge eure Infektion einen schnellen und symptomfreien Verlauf nehmen!

Im Anschluß dazu findet ihr unten einen denk- und fühlwürdigen Satz von Pema Chödrön.
Herzliche Grüße aus dem blühenden Dunkelsteinerwald
Roswitha und Zafer

Vorfrühling 2020 - Zufrieden-Sein

Während wir hier sitzen und uns dem Text von Pema Chödrön annähern, zieht das sich verändernde Licht unseren Blick immer wieder durch das Fenster nach draußen, wo sich Atemzug für Atemzug die Nebelschleier heben.
Ist es der aufkommende Wind oder die schon stärker werdende Kraft der Sonne um diese Tageszeit?
Aus dem allumfassenden Grau der Nebellandschaft beginnen sich wieder Farben herauszubilden. Das hereinbrechende Sonnenlicht glitzert in den schwarz-feuchten Ästen des alten Kirschbaums.
In den Rosenhecken und in der Wiese atmet ein grüner Schimmer. Der Quittenstrauch erbebt mit roten Kugelknospen, während lärmend eine braun gefleckte Spatzenhorde einfällt.
Die in den Bergen sitzenden Tibeter beschreiben gerne die im klaren blauen Himmel plötzlich vor ihnen autauchenden weißen Wolken, die nach geraumer Zeit wieder vollständig in das Nichts zurückkehren.
Der Nebel vor unserem Haus ist wohl auch dorthin verschwunden, aber er hat auf der Eingangstreppe seine dunklen, nassen Spuren hinterlassen.

Pema Chödrön ist eine tibetische Meisterin, doch ihre radikal nicht-duale Sicht ist dem kaschmirischen Tantrismus lebensverwandt.

„Zufriedensein mit dem, was wir sind und was wir haben, ist der goldene Schlüssel für uneingeschränkte Lebendigkeit.
Ein Haupthindernis für das, was wir traditionellerweise Erleuchtung nennen, ist Ärger, Neid, das Festhalten an der Unzufriedenheit darüber, wer wir sind, was wir sind, wo wir sind. Deshalb spreche ich so viel über das Freundschaft-schliessen mit uns selbst.
Meditation ist der Prozess des Erwachens, des grundlegenden Vertrauens in die Gutheit der Dinge und das Erkennen, dass jede Weisheit, die existiert, in dem existiert, was wir bereits sind und haben.
Unsere Weisheit ist untrennbar mit unseren Neurosen verbunden.
Unsere Brillianz UND unsere Verwirrheit ergeben unser einzigartiges Charisma.
Unsere Klugheit UND unsere Verwirrheit sind unlösbar verflochten.
Deshalb ist es nicht hilfreich, unsere sogenannten negativen Aspekte überwinden zu wollen, weil wir dadurch auch unsere Einzigartigkeit und Schönheit verlieren würden.
Wir können unser Leben als ein Immer-wacher-werden betrachten zu dem hin, wer wir gerade sind und was wir gerade tun, anstatt uns zu bessern oder ändern zu wollen.
Erwachen bedeutet immer und immer neugieriger auf uns selbst zu werden."
(Pema Chödrön)

Fallen lassen

„Was tut man, wenn man sich verlassen fühlt, von allem getrennt, physisch und psychisch nicht mehr im Gleichgewicht?
Man schreit nach innen um Hilfe, tief in sich hinein. Und wenn man innig genug fleht, wird man dort seinen Gott entdecken. Schon immer war in mir diese Ahnung, dass man sich die Seele erarbeiten müsse, dass sie nicht einfach ein Päckchen sei, das man beim Tode öffnen könne wie ein Geburtstagsgeschenk fürs nächste Leben!"

Aber „meist vermeiden wir ja die Stille in unserem Leben, weil sie uns beim Verdrängen stört."

„Und ich glaube, um diese tiefe innere Weisheit, die alle Menschen haben, zu finden, muss man etwas sein lassen. Man muss was fallen lassen, man muss was weglassen. Nicht dazulernen, sondern weglassen."

Konstantin Wecker

(Zitate aus einem Interview, das Margit Hörr mit dem Liedermacher und Aktivisten Konstantin Wecker geführt hat: "Eine Revolution des Mitgefühls und der Liebe". Vollständige Fassung in: Buddhismus in Österreich 2/2019, Seite 9 f.)

Einladung zum kleinen Innehalten: Was bedeutet Maitri?

„Wenn Menschen mit dem Meditieren beginnen, glauben sie oft, dass sie dadurch bessere Menschen werden.
Das ist eine subtile Aggression ihrer tatsächlichen Realität gegenüber.
Es ist ein bisschen so, wie wenn sie sich sagen: wenn ich jogge, werde ich ein besserer Mensch.
Also glauben sie dann: wenn ich meditiere und mich entspanne, werde ich ein besserer Mensch.

Aber liebevolle Güte, also Maitri, bedeutet nicht, dass wir irgendetwas ablegen.
Maitri meint, dass wir nach all den Jahren der Meditation noch immer verrückt sein können, aggressiv sein können...
Dass wir nach all den Jahren der spirituellen Praxis noch immer ängstlich, eifersüchtig oder voll von Unwertgefühlen sein dürfen.

Der wesentlichste Punkt ist, uns nicht selbst wegzuwerfen, um etwas Besseres zu werden.
Es geht darum, Freundschaft zu schließen mit allem, was wir sind.
Die Basis der Praxis bin ich, bist du oder wer immer wir jetzt gerade sind.
Jetzt in diesem Moment. Das ist der Boden, den wir studieren.
Das ist die Realität, die wir mit unserer ganzen Neugier, unserem äussersten Interesse erfahren wollen."

Pema Chödrön

Jubiläum 2018: 30 Jahre Verein Lichtung

Am 9.Oktober 2018 ist der Verein Lichtung dreissig Jahre alt geworden.
Ein Baby, geboren aus der verrückten Idee einer kleinen Schar Dunkelsteinerwälder*innen in ihrem Wald Selbsterfahrungsseminare anzubieten, hat sich zu einem vitalen Erwachsenen entwickelt.
Workshops zur tantrischen Praxis, verteilt über´s Jahr, gefärbt durch den Wechsel der Jahreszeiten im großen Wald, sind das Ergebnis.

Sowohl die Ausrichtung als auch der Seminarort hatten eine jahrelange Herbergssuche zu bestehen.
Aus der persönlichen Suche der Trainer*innen des Verein Lichtung, Roswitha und Zafer, entwickelte sich eine Vision, die schliesslich gelebte Realität wurde: Tantrische Praxis, gepaart mit Methoden aus Körpertherapie und jenen der humanistischen Psychologie, mit interessierten Menschen zu leben.
Mit dem Seminarhaus „Jagdvilla Wolfstein“ war auch ein vertrauensvoller Ort, umgeben von wilder Natur, gefunden. Das heißt, eine bedeutsame Wiege der Tantrischen Praxis, eine Forschungsstätte für Lebens- und Liebeskultur, steht im Dunkelsteinerwald. Diese Wiege wurde und wird von vielen Menschen geschaukelt. Einmaligen „Hineinschnupperern“ wie jahrzehntelangen Praktikant*innen, von Frauen und Männern, jeglichen Alters aus dem Inland und auch dem Ausland.

Kurzinterview mit Zafer und Roswitha:
„Was fällt dir spontan zum 30-Jahre-Jubiläum des Verein Lichtung ein?“

Zafer: „Dreissig Jahre!? Wieviele tausende Menschen habe ich in dieser Zeit schon auf ihrem Weg begleiten dürfen?
Ihre engagierte Suche nach Glück, nach Freiheit und Verwirklichung ihres Selbstes haben umgekehrt auch mich verändert.
Weil die Menschen sich aber nur selten weiter in den „Raum“ wagen, als ihr Reiseführer es wagt, ist das Einlassen und immer tiefere Loslassen in das, was ist, nicht nur meinem eigenen Weg geschuldet, sondern auch zur Verantwortung geworden gegenüber den Menschen, die ich begleiten darf.“

Roswitha: „Es ist Leben! Einfach Leben auf eine sehr besondere Art. Weil die Praxis der Präsenz unsere Begleiterin ist.
Ich liebe dieses Spiel von Anfangen und Aufhören. Dazwischen begeben sich die Seminarteilnehmer*innen auf ihre Forschungsreise, auf der es immer und immer wieder um das Eine geht: wer bin ich JETZT, und wie kann ich das, was ich da entdecke, annehmen und integrieren?
Und ich geh mit durch dieses Abenteuer.
Und es ist auch mein Abenteuer.“

USA, 9. November 2016 - Über die Freiheit

Auch wenn sich auf dem Weg durch die Schlucht vielleicht gerade ein Felsblock über einem löst und man sterben wird, falls er genau trifft, so ist die einzige Freiheit, die einem bleibt, sich die Schnürsenkel makellos zu binden, bevor man weitergeht.

(Frei nach Carlos Castaneda: "Der zweite Ring der Kraft")

Sind wir "gerade noch einmal davongekommen"?

Bitte

Wir werden eingetaucht
und mit den Wassern der Sintflut gewaschen
Wir werden durchnässt
bis auf die Herzhaut

Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht
der Wunsch den Blütenfrühling
zu halten
der Wunsch verschont zu bleiben
taugt nicht

Es taugt die Bitte
daß bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe
daß die Frucht bunt wie die Blume sei
daß noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden

und daß wir aus der Flut
daß wir aus der Löwengrube
und dem feurigen Ofen
immer versehrter und
immer heiler stets
von neuem zu uns selbst
entlassen werden.

Hilde Domin

Von der Praxis der Lebensfreude

"Das Erste, was wir auf dem Weg zur Freude aufgeben müssen, ist der Begriff Sicherheit.
Das Leben ist schön, in dem Maß wie es gefährlich und häßlich ist."
Daniel Odier

Der Auwald hüllt sich in eine grüne Aura, die ersten Himmelschlüssel öffnen ihre gelben Glöckchen - die humanitäre Krise steht vor unserer Haustür.

Hinschauen. Anwesend sein. Da bleiben. Begegnen.
Dem Liebsten, der flüchtenden Frau aus Syrien, dem Frühling, wo er uns entgegen blüht.

Freude hat etwas mit Öffnung zu tun. Tantra sagt JA.

Essenz des Tantra

Liebe FreundInnen der neuen Liebes- und Paarkultur!

Die Herbstarbeit des Verein Lichtung beginnt mit dem "Nichts-Tun".
Die "Meisterin der Stille", Nathalie Delay hat uns auf Schloß Rastenberg besucht und uns eine Woche lang ein "Silent Retreat" geschenkt.

Ihre Botschaft an uns:
"Hör zu! Laß deinen Körper zu dir sprechen, die Mauer deines Zimmers, den Fußboden, den Baum vor deinem Fenster, das fallende Blatt...
Vergiß die ganze Geschichte deines Lebens.
Höre dir und deinem Körper jetzt zu. Begegne dir auf ganz neue Weise."

Weil sie für uns die Essenz des Tantra ausdrückt, möchten wir diese Botschaft als Motto für unsere Praxis und unser Herbstprogramm nehmen.

Wir freuen uns, euch auf einem unserer Seminare zu begegnen.
Roswitha und Zafer

Herbst 2015

Wagst du den Sprung?

Liebe FreundInnen der neuen Liebes- und Paarkultur!

Willkommen auf unserer neuen Website, die alte wurde uns von einem Web-Museum abgekauft ;-))

Der Winter ist zu Ende, die Säfte steigen.

"Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen." (Meister Eckhart)

In diesem Sinne stellen wir euch das Programm unserer Tantraseminare vor, die Schritte zu Spontanität und Natürlichkeit initiieren.

Die Frage ist: Wagst du den Sprung?

Frühjahr 2015

Verein Lichtung
Tel. +43 - 2749 - 2594